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    EU AI Act Compliance für KMU erklärt

    EU AI Act Compliance für KMU verständlich erklärt: Pflichten, Fristen und Sanktionen sowie eine praxisnahe Checkliste für Voice-AI und Telefon-KI.

    eu ai act compliance13 Min. Lesezeit
    EU AI Act Compliance für KMU erklärt

    Ein Handwerksbetrieb mit 25 Mitarbeitenden richtet einen KI-Telefonassistenten ein. Er nimmt Anrufe entgegen, vereinbart Termine und leitet dringende Anliegen an das Team weiter. Technisch funktioniert das System nach wenigen Tagen. Die Compliance-Fragen bleiben trotzdem offen: Wissen Anrufer, dass sie mit einer KI sprechen? Wo werden Gesprächsdaten verarbeitet? Wer darf Transkripte sehen? Und kann der Betrieb später nachvollziehen, was der Agent wann gesagt oder entschieden hat?

    Genau dort beginnt EU AI Act Compliance für KMU. Voice-AI ist kein rein technisches Einkaufsprojekt. Unternehmen müssen Zweck, Datenflüsse, Rollen, Offenlegung, Schulung und Eskalation gemeinsam organisieren. Wer diese Punkte früh klärt, vermeidet hektische Nachrüstung und schafft eine belastbare Grundlage für den produktiven Betrieb.

    Warum EU AI Act Compliance für KMU jetzt wichtig ist

    Die EU-KI-Verordnung ist am 1. August 2024 verbindlich geworden. Der offizielle Zeitplan des EU AI Act Service Desk zeigt, dass die Umsetzung stufenweise erfolgt. Seit dem 2. Februar 2025 gelten bereits Verbote bestimmter KI-Praktiken und Pflichten zur KI-Kompetenz. Die Regeln für General-Purpose-AI gelten seit dem 2. August 2025. Am 2. August 2026 beginnen unter anderem die breiten Transparenzpflichten nach Artikel 50.

    Für einen Telefonassistenten ist diese Entwicklung unmittelbar relevant. Der Anrufer erwartet ein natürliches Gespräch. Das Unternehmen darf diese Erwartung aber nicht bewusst ausnutzen. Ein kurzer, verständlicher Hinweis zu Beginn des Gesprächs sollte klarstellen, dass eine KI antwortet. Werden synthetische Inhalte erzeugt, müssen Unternehmen außerdem prüfen, wie die erforderliche Kennzeichnung technisch umgesetzt wird.

    Was ein KMU jetzt prüfen sollte

    Beginnen Sie nicht mit einer abstrakten Rechtsanalyse. Prüfen Sie den konkreten Workflow:

    • Gesprächszweck: Nimmt die KI nur Nachrichten auf, qualifiziert sie Leads oder trifft sie Entscheidungen über Personen?
    • Datenquellen: Greift sie auf CRM-Daten, Kalender, Gesprächsaufzeichnungen oder Bewerbungsunterlagen zu?
    • Menschliche Übergabe: Kann ein Mitarbeitender jederzeit übernehmen, korrigieren oder den Anruf beenden?
    • Nachweis: Werden Einwilligungen, Hinweise, Eskalationen und Systemereignisse nachvollziehbar protokolliert?
    • Verantwortung: Ist vertraglich festgelegt, welche Aufgaben Anbieter und Betreiber übernehmen?

    Eine strukturierte Compliance-Organisation für KI-Prozesse sollte diese Fragen nicht nur einmal beantworten. Änderungen an Skripten, Modellen, Integrationen oder Datenflüssen können die Risikobewertung verändern.

    Praktische Regel: Wenn ein Voice-Agent produktiv telefoniert, müssen Transparenz und menschliche Eskalation bereits im Design vorgesehen sein. Eine spätere Ergänzung im FAQ reicht nicht.

    Der deutsche Markt braucht deshalb keinen weiteren allgemeinen Grundsatz, sondern einen prüfbaren Betriebsprozess. Dokumentation, Schulung, Offenlegung und Governance müssen parallel zum Einsatz laufen. Wer bis zum vollständigen Durchsetzungsdruck wartet, riskiert nicht nur Sanktionen, sondern auch Vertrauensverlust bei Kunden und Geschäftspartnern.

    Ziele und Aufbau der EU KI Verordnung

    Die EU-KI-Verordnung verfolgt vier miteinander verbundene Ziele: Grundrechte schützen, vertrauenswürdige Innovation ermöglichen, einen einheitlichen Binnenmarkt schaffen und regulatorische Brüche zwischen Mitgliedstaaten vermeiden. Unternehmen sollen KI nicht pauschal vermeiden. Sie sollen sie abhängig von ihrem tatsächlichen Schadenspotenzial kontrollieren.

    Der zentrale Mechanismus ist ein risikoorientierter Ansatz. Stellen Sie sich ein Prüfsiegel für Produkte vor. Ein ungefährlicher Spam-Filter braucht weniger Nachweise als ein System, das Bewerber bewertet oder den Zugang zu einer wesentlichen Leistung beeinflusst. Die Verordnung ordnet KI deshalb verschiedenen Risikostufen zu und knüpft die Pflichten an den jeweiligen Einsatzkontext.

    Eine Übersichtsgrafik, die die Ziele und den Aufbau der EU-KI-Verordnung für mehr Sicherheit und Innovation darstellt.

    Die vier Risikostufen

    • Inakzeptables Risiko: Bestimmte Anwendungen sind verboten. Dazu zählen etwa Social Scoring oder manipulative subliminale Techniken.
    • Hohes Risiko: Systeme in sensiblen Bereichen, beispielsweise Beschäftigung, kritischer Infrastruktur oder bestimmten öffentlichen und privaten Leistungen, unterliegen umfassenden Anforderungen an Risikomanagement, Dokumentation, Kontrolle und menschliche Aufsicht.
    • Begrenztes Risiko: Hier stehen Transparenzpflichten im Vordergrund. Ein Voice-Agent, der direkt mit Menschen interagiert, fällt typischerweise in diese praktische Kategorie, sofern keine zusätzlichen Hochrisiko-Merkmale vorliegen.
    • Minimales Risiko: Anwendungen wie Spam-Filter gelten grundsätzlich als weniger problematisch. Spezifische Pflichten des AI Act sind dort meist geringer, freiwillige Verhaltenskodizes bleiben dennoch möglich.

    Die Struktur der Verordnung

    Die Verordnung ist in elf Kapitel gegliedert. Sie enthält Definitionen, Verbote, Regeln für Hochrisiko-Systeme, Transparenzanforderungen, Vorgaben für General-Purpose-AI, Governance sowie Sanktionen nach Artikel 99. Für ein mittelständisches Telefonprojekt sind nicht alle Kapitel gleich wichtig. Entscheidend ist die Verbindung aus Zweck, betroffenen Personen, Datenverarbeitung, technischer Funktion und tatsächlicher Entscheidungsmacht.

    Ein Agent, der Termine anhand freier Kalenderzeiten bucht, ist anders zu bewerten als ein Agent, der Bewerber automatisch aussortiert. Die Oberfläche kann ähnlich aussehen. Der regulatorische Kontext ist es nicht. Deshalb muss die Risikoanalyse den realen Prozess beschreiben, nicht nur das Produktetikett des Anbieters.

    Die wichtigste Frage lautet nicht, ob ein System „nur telefoniert“. Entscheidend ist, was es mit den Informationen aus dem Gespräch tun darf.

    Diese Einordnung bildet die Grundlage für die Pflichtenmatrix. Ohne sie bleiben Verträge, technische Kontrollen und interne Arbeitsanweisungen zu allgemein.

    Risikoeinordnung von Voice KI und Sprachsystemen

    Ein gewöhnlicher KI-Telefonassistent ist nicht automatisch ein Hochrisiko-System. Er nimmt Anrufe entgegen, beantwortet Standardfragen, qualifiziert ein Anliegen und übergibt an einen Menschen. In diesem Szenario liegt der Schwerpunkt typischerweise auf Transparenz, Datenschutz, Protokollierung und menschlicher Kontrolle. Die technischen Grundlagen der Sprachverarbeitung beschreibt die Einführung zu Speech Recognition.

    Die Einstufung verändert sich, sobald der Agent Personen bewertet oder Entscheidungen vorbereitet, die für sie erhebliche Folgen haben. Das kann etwa bei Bewerbungen, Beschäftigung, Zugang zu Leistungen oder biometrischer Identifikation geschehen. Auch ein System, das Emotionen auswertet oder Stimmprofile für Identifikationszwecke speichert, verlangt eine deutlich strengere Prüfung.

    Die kurze Entscheidungslogik

    Beantworten Sie für jeden Workflow drei Fragen:

    1. Identifiziert das System eine Person? Dazu können Stimmprofile, biometrische Merkmale oder eine Verknüpfung mit sensiblen Identitätsdaten gehören.
    2. Trifft oder unterstützt es eine rechtserhebliche Entscheidung? Ein automatisches Aussortieren von Bewerbern ist anders zu behandeln als eine Terminbestätigung.
    3. Entstehen Abhängigkeiten oder Sicherheitsfolgen? Das gilt etwa bei Notruf-Workflows, kritischer Infrastruktur oder dem Zugang zu wesentlichen Leistungen.

    Wenn Sie mindestens eine Frage bejahen, reicht die Standardprüfung für einen begrenzten Voice-Anwendungsfall nicht aus. Dokumentieren Sie dann, warum das System in eine bestimmte Kategorie fällt und welche Kontrollmaßnahmen daraus folgen.

    Anwendungsfall Risikostufe Auslöser
    Terminannahme und Weiterleitung Typischerweise begrenztes Risiko Direkte Interaktion mit Menschen, Transparenzpflicht
    Lead-Qualifizierung ohne automatische Ablehnung Typischerweise begrenztes Risiko Gesprächsführung und CRM-Übergabe, keine rechtserhebliche Entscheidung
    Bewerbertelefonie mit automatischer Vorauswahl Potenziell hohes Risiko Beschäftigungskontext und Bewertung von Personen
    Stimmprofil zur Identifikation Potenziell hohes Risiko Biometrische Identifizierung oder Kategorisierung
    Emotionserkennung im Arbeitskontext Besonders kritisch Auswertung emotionaler Zustände in einem sensiblen Bereich
    Sprachsystem als Sicherheitskomponente Potenziell hohes Risiko Einsatz in sicherheitsrelevantem oder reguliertem Umfeld

    Die Tabelle ist keine Freistellung. Der Betreiber muss den tatsächlichen Zweck, die Konfiguration und die Auswirkungen prüfen. Besonders gefährlich ist die Annahme, dass ein Anbietername oder eine Produktkategorie die Einordnung bereits erledigt.

    Pflichten für Anbieter und Betreiber im Überblick

    Bei Voice-AI-Projekten verschwimmen Verantwortlichkeiten schnell. Der Anbieter entwickelt oder stellt das System bereit. Der Betreiber setzt es in seinem Unternehmen ein, verbindet es mit Kalendern und CRM-Systemen und entscheidet, welche Aufgaben der Agent übernehmen darf. Diese Rollen müssen im Vertrag und in den internen Prozessen sichtbar sein.

    Für Hochrisiko-Systeme trägt der Anbieter typischerweise die schwerere technische Nachweispflicht. Der Betreiber bleibt trotzdem nicht passiv. Er muss das System bestimmungsgemäß einsetzen, Mitarbeitende instruieren, Eingaben kontrollieren, die Nutzung überwachen und bei Problemen eskalieren.

    Die Pflichtenmatrix

    Pflicht Anbieter Betreiber Voice-AI-Beispiel
    Zweck und Grenzen Systemzweck, Fähigkeiten und Einschränkungen dokumentieren Nur freigegebene Aufgaben aktivieren Agent darf Termine buchen, aber keine Bewerber ablehnen
    Transparenz Geeignete Hinweise und technische Unterstützung bereitstellen Hinweis im Gespräch tatsächlich ausspielen Ansage informiert über die KI-Interaktion
    Technische Dokumentation Architektur, Datenflüsse, Tests und Änderungen nachweisen Dokumentation anfordern und zur eigenen Konfiguration ergänzen Version des Gesprächsskripts wird gespeichert
    Risikomanagement Risiken über den Lebenszyklus bewerten und behandeln Betriebsrisiken und Vorfälle melden Eskalationsregel für aggressive oder sensible Anfragen
    Menschliche Aufsicht Übergabe- und Eingriffsmöglichkeiten vorsehen Zuständige Mitarbeitende benennen und schulen Mitarbeitender übernimmt den Anruf
    Logging Relevante Systemereignisse technisch erfassen Logs im eigenen Verantwortungsbereich sichern und auswerten Zeitstempel, Agent, Gesprächsstatus und Übergabe
    Datenverarbeitung Datenflüsse und Schutzmaßnahmen beschreiben Rechtsgrundlage, Zugriffe und Löschung organisatorisch steuern Transkript wird nur für definierte Zwecke verwendet
    Vorfälle Schwere Vorfälle bewerten und gegebenenfalls melden Probleme sofort an Anbieter und interne Verantwortliche eskalieren Falsche Auskunft wird dokumentiert und untersucht

    Die Offenlegung allein genügt nicht. Ein Hinweis muss dort erscheinen, wo der Kontakt stattfindet. Bei einem Telefonagenten ist das der Gesprächsbeginn, nicht nur die Datenschutzerklärung auf der Website.

    Vertragsregel: Legen Sie ausdrücklich fest, wer Aufzeichnungen, Transkripte, Löschfristen, Sicherheitsvorfälle und Behördenanfragen bearbeitet. Unklare Zuständigkeiten werden im Audit zum Problem beider Seiten.

    Ein KMU kann viele Kontrollen selbst umsetzen. Dazu gehören Rollenrechte im CRM, ein freigegebener Hinweistext, eine dokumentierte Übergaberegel und ein monatlicher Review der Logs. Bei Hochrisiko-Konstellationen braucht es darüber hinaus eine formalere Konformitätsbewertung und belastbare technische Unterlagen des Anbieters.

    Compliance Checkliste für mittelständische KI Projekte

    Eine gute Checkliste beschreibt nicht nur eine Aktivität, sondern ein überprüfbares Ergebnis. Führen Sie die Aufgaben als Kanban-Board mit den Spalten Offen, In Arbeit und Erledigt. Jede Karte braucht eine verantwortliche Person, einen Termin und ein Akzeptanzkriterium.

    Technik

    • Zugriffsschutz: Rollenrechte für Agent, CRM, Kalender und Transkripte definieren. Erledigt ist der Punkt, wenn jede Rolle dokumentiert und getestet wurde.
    • Verschlüsselung: Transport und Speicherung der Gesprächsdaten beim Anbieter prüfen. Akzeptiert wird die Maßnahme erst, wenn die technischen Angaben und Zuständigkeiten vorliegen.
    • Logging: Gesprächsstatus, Übergaben, relevante Aktionen und Fehler erfassen. Ein Testanruf muss sich später nachvollziehen lassen.
    • Notfallsteuerung: Deaktivierung, Übergabe an Menschen und Ausweichprozess testen. Das Team muss wissen, wer den Agenten stoppt.

    Daten

    • Datenherkunft: CRM-Felder, Kalenderdaten, Gesprächsinhalte und Transkripte inventarisieren. Für jede Kategorie muss der Verwendungszweck feststehen.
    • Verträge: Auftragsverarbeitung, Unterauftragnehmer und Löschprozesse prüfen. Offene Punkte gehören vor dem Produktivstart auf eine Eskalationskarte.
    • Löschkonzept: Aufzeichnungen und Abschriften nach Zweck und Berechtigung behandeln. Das Akzeptanzkriterium ist ein dokumentierter Ablauf, nicht eine mündliche Zusage.
    • Hinweise: Anruferinformation und gegebenenfalls Einwilligungsprozess in den Gesprächsablauf integrieren. Der Hinweis muss im Test hörbar und verständlich sein.

    Dokumentation und Bewertung

    • Use-Case-Steckbrief: Zweck, Nutzergruppen, Daten, Integrationen, Grenzen und Verantwortliche auf einer Seite festhalten.
    • Risikoanalyse: Identifikation, Entscheidungen, sensible Kontexte und Abhängigkeiten prüfen.
    • Testprotokoll: Normale, kritische und unerwartete Gesprächsverläufe dokumentieren.
    • Bias-Check: Prüfen, ob Dialekte, Akzente oder bestimmte Formulierungen zu systematischen Fehlbehandlungen führen.

    Hosting und Betrieb

    • Standortprüfung: Datenresidenz und Unterauftragnehmer schriftlich validieren.
    • Sicherheitsnachweise: Vorhandene Zertifizierungen und Backups in die Lieferantenakte aufnehmen.
    • Review-Rhythmus: Änderungen an Modell, Skript, Datenfluss und Integration regelmäßig bewerten.
    • Schulung: Mitarbeitende zu KI-Kompetenz, Eskalation und Datenschutz instruieren.

    Priorisieren Sie Transparenz und Datenverarbeitung zuerst. Diese Themen betreffen auch typische Systeme mit begrenztem Risiko. Die offizielle Umsetzungszeitleiste sollte zusätzlich mit Ihren internen Meilensteinen abgeglichen werden.

    Zeitstrahl der EU AI Act Meilensteine von 2024 bis 2028 inklusive Fristen und möglicher Sanktionen bei Verstößen.

    Fristen und Sanktionen bis 2028

    Für Voice-AI-Projekte im Mittelstand zählt der Vorlauf. Wer erst mit Beginn der Transparenzpflichten nach Artikel 50 Inventar, Verträge, Gesprächsprotokolle und Eskalationswege aufsetzt, schafft unnötigen Zeitdruck. Die Umsetzung erfolgt gestaffelt, die Nachweise bauen jedoch aufeinander auf.

    Zeitpunkt Relevanz für Voice-AI-Projekte
    1. August 2024 Die EU-KI-Verordnung wird verbindlich. Neue Systeme gehören seitdem in Governance, Einkauf und Lieferantenprüfung.
    2. Februar 2025 Verbote bestimmter KI-Praktiken und KI-Kompetenzpflichten gelten. Schulungen und der Ausschluss kritischer Funktionen müssen im Betrieb berücksichtigt werden.
    2. August 2025 Regeln für General-Purpose-AI und Governance greifen. Anbieterunterlagen, Modellabhängigkeiten und Zuständigkeiten müssen nachvollziehbar sein.
    2. August 2026 Transparenzpflichten nach Artikel 50 sowie weitere zentrale Anwendungsregeln beginnen. Anrufer müssen den KI-Kontakt erkennen, und synthetische Inhalte benötigen die vorgesehenen Hinweise.
    2. Dezember 2027 Stand-alone-Hochrisiko-Systeme nach Anhang III folgen nach dem aktualisierten deutschsprachigen Compliance-Fahrplan.
    2. August 2028 Für Hochrisiko-KI in regulierten Produkten beziehungsweise Anhang-I-Konstellationen ist das Inkrafttreten vorgesehen.

    Für Sanktionen ist Artikel 99 maßgeblich. Die dort vorgesehenen Höchstgrenzen reichen bei verbotenen Praktiken bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, bei bestimmten Pflichtverletzungen bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent und bei falschen oder irreführenden Angaben gegenüber Behörden bis zu 7,5 Millionen Euro oder 1 Prozent. Eine Einordnung der Fristen und Sanktionen bietet Die deutsche Einordnung der Fristen und Sanktionen. Entscheidend bleiben der konkrete Verstoß und die anwendbare Rechtsgrundlage.

    Übersicht wie malma ai durch technische und organisatorische Maßnahmen die Konformität zum EU AI Act sicherstellt.

    Die Geldbusse ist nur ein Teil des Risikos. Kunden können in Ausschreibungen Nachweise verlangen. Ein ungeklärter Datenschutzvorfall, ein nicht offengelegter KI-Kontakt oder fehlende Eskalationsprotokolle gefährden Aufträge und Vertrauen. Planen Sie deshalb Fristen als Projektmeilensteine und prüfen Sie bei jeder Änderung von Skript, Modell oder Telefonintegration, ob sich die Compliance-Bewertung verändert.

    Wie malma ai typische Anforderungen erfüllt

    Ein Voice-AI-Anbieter kann Compliance nicht vollständig anstelle des Kunden erledigen. Er kann aber technische und organisatorische Voraussetzungen schaffen, die der Betreiber in seine eigene Governance übernimmt. Bei malma.ai umfasst das einen KI-Telefonsetter für Lead-Qualifizierung, Terminbuchung und die Annahme eingehender Anrufe. Die Plattform verbindet natürlich klingende Stimmen mit Gesprächslogik, Kalender-Synchronisation und CRM-Anbindungen.

    Datenresidenz und Rollenklärung

    Die Modelle werden in Frankfurt gehostet. Anwendung und Agenten laufen bei Hetzner in Nürnberg. Für ein KMU ist das praktisch relevant, weil der Hosting-Standort, die Unterauftragnehmer und die Datenflüsse in der Lieferantenprüfung dokumentiert werden können. Eine Datenresidenz ersetzt keine vollständige Datenschutzprüfung, sie macht die technische Ausgangslage aber klarer.

    Im Vertrag muss trotzdem stehen, wer Anbieter und wer Betreiber ist. Der Anbieter dokumentiert Systemfunktionen, technische Änderungen und bereitgestellte Schutzmaßnahmen. Der Betreiber legt Zweck, Zielgruppe, Skript, CRM-Zugriffe, Aufbewahrung und Eskalation fest. Diese Trennung verhindert, dass beide Seiten annehmen, die jeweils andere sei für den gesamten Nachweis verantwortlich.

    Protokollierung und menschliche Kontrolle

    Automatische Anrufprotokolle und Gesprächsabschriften unterstützen die Nachvollziehbarkeit. Das Unternehmen kann prüfen, welcher Agent aktiv war, wie der Gesprächsverlauf endete und ob eine Übergabe an einen Menschen erfolgte. Solche Funktionen sind besonders nützlich, wenn ein Kunde eine Auskunft bestreitet oder ein Team einen problematischen Gesprächsverlauf untersuchen muss.

    Die Plattform unterstützt außerdem Integrationen mit HubSpot, Calendly, Google und Outlook sowie Webhook-Weiterleitungen. Jede Integration muss im konkreten Projekt auf Berechtigung, Zweckbindung und Löschung geprüft werden. Eine technische API-Dokumentation für die Systemanbindung ersetzt nicht die Betreiberverantwortung, erleichtert aber die Dokumentation der tatsächlichen Datenflüsse.

    Betrieb statt Einmalprüfung

    Regelmäßige Modellupdates, Evaluierungsprotokolle und Incident-Response-Prozesse gehören in den laufenden Betrieb. Vor jeder relevanten Änderung sollten Sie prüfen, ob sich Gesprächsverhalten, Datenzugriff, Risiko oder Transparenzhinweis verändert haben.

    Infografik über häufige Irrtümer und notwendige Schritte zur Einhaltung des EU AI Acts für Voice AI Systeme.

    Das Referenzmuster ist klar: Standort dokumentieren, Rollen vertraglich trennen, Gespräche nachvollziehbar protokollieren, Menschen eingreifen lassen und Änderungen kontrollieren. Ob diese Maßnahmen ausreichen, hängt vom konkreten Anwendungsfall ab. Für Lead-Qualifizierung ohne automatische Ablehnung ist die Prüfung anders als für Bewerberauswahl oder biometrische Identifikation.

    Häufige Irrtümer und nächste Schritte

    Der häufigste Irrtum lautet: „Voice-AI fällt nicht unter den AI Act.“ Das stimmt nicht. Ein Telefonagent, der direkt mit Menschen interagiert, muss die Transparenzanforderungen prüfen. Ein Hinweis wie „Sie sprechen mit einem KI-Assistenten“ gehört in den tatsächlichen Gesprächsablauf.

    Der zweite Irrtum lautet: „Wir sind nur Anbieter.“ Viele Mittelständler kaufen ein System ein, konfigurieren es aber selbst, verbinden eigene Datenquellen und geben den Agenten einen neuen Zweck. Damit entstehen eigene Betreiberpflichten. Wer ein System wesentlich verändert oder in einem sensiblen Kontext einsetzt, muss die Rollenbewertung neu durchführen.

    Der dritte Irrtum lautet: „Die deutsche Aufsicht ist noch nicht vollständig geklärt, deshalb können wir warten.“ Seit dem Inkrafttreten des KI-MIG übernimmt die Bundesnetzagentur in Deutschland die zentrale Marktüberwachung, fungiert als Single Point of Contact und dient als Beschwerdestelle, wie die Mitteilung der Bundesnetzagentur zum KI-MIG beschreibt. Übergangsunsicherheit nimmt Unternehmen nicht von der Pflicht, Nachweise und interne Zuständigkeiten aufzubauen.

    Die 30-Tage-Quick-Win-Liste

    • Anwendungsbereich kartieren: Alle Voice-, Chat-, Recruiting- und Automatisierungsprozesse erfassen.
    • KI-Inventar anlegen: Für jedes System Zweck, Anbieter, Daten und Verantwortliche dokumentieren.
    • Datenherkunft festhalten: CRM-, Kalender-, Audio- und Transkriptquellen beschreiben.
    • Vertragsklauseln prüfen: Rollen, Löschung, Unterauftragnehmer, Vorfälle und Behördenzugriff klären.
    • Hosting validieren: Standorte, Übermittlungen und technische Schutzmaßnahmen verifizieren.
    • Mitarbeitende schulen: KI-Hinweise, menschliche Übergabe und Vorfallmeldung trainieren.
    • Anrufertexte freigeben: Transparenzhinweis verständlich formulieren und technisch testen.
    • Notfallplan definieren: Stoppen, Übergabe, Sperrung und Nachbearbeitung festlegen.
    • Lieferanten einfordern: Dokumentation, Änderungsinformationen und Sicherheitsnachweise anfordern.
    • Fristen kalendern: Die relevanten Termine für Ihren konkreten Use Case mit Verantwortlichen hinterlegen.

    Eine Infografik über häufige Irrtümer bei Company Secretarial Services und die nächsten Schritte für Unternehmen.

    Starten Sie mit dem System, das heute produktiv telefoniert. Erstellen Sie den Steckbrief, hören Sie den Transparenzhinweis selbst ab und führen Sie einen Test mit einer absichtlich schwierigen Anfrage durch. Wenn niemand sagen kann, wer den Agenten stoppt oder wo der Gesprächsnachweis liegt, ist Ihr Prozess noch nicht auditierbar.


    malma.ai unterstützt Unternehmen mit KI-Telefonie für Lead-Qualifizierung, Terminbuchung und die Annahme eingehender Anrufe, ergänzt durch Gesprächsprotokolle, Kalender- und CRM-Integrationen sowie Hosting in Deutschland. Prüfen Sie Ihren konkreten Voice-AI-Use-Case und starten Sie den nächsten Compliance-Schritt auf malma.ai.

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    Nach dem Absenden ruft dich unser KI-Agent unter deiner Nummer an. Er gibt sich als KI zu erkennen, der Anruf ist kostenlos und deine Daten bleiben auf deutschen Servern.